Was ist Ceftriaxon?
Ceftriaxon ist ein Breitspektrum-Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine (3. Generation). Es wird zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen eingesetzt, darunter Gonorrhoe (Tripper).
Bei Gonorrhoe ist Ceftriaxon das Mittel der Wahl, da viele Gonokokken-Stämme gegen andere Antibiotika resistent geworden sind. Die Behandlung erfolgt als einmalige Injektion, oft in Kombination mit oralem Azithromycin.
Ceftriaxon muss von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Ceftriaxon
Ceftriaxon wirkt bakterizid durch Hemmung der Zellwandsynthese:
Wirkmechanismus:
- Bindet an Penicillin-bindende Proteine (PBPs) der Bakterien
- Hemmt die Quervernetzung des Peptidoglykans
- Die bakterielle Zellwand wird instabil
- Die Bakterien platzen und sterben ab
Vorteile bei Gonorrhoe:
- Sehr hohe Wirksamkeit gegen Gonokokken
- Einmalbehandlung ausreichend
- Erreicht hohe Gewebekonzentrationen
- Niedrige Resistenzraten
Pharmakokinetik:
- Lange Halbwertszeit (ca. 8 Stunden)
- Gute Penetration in alle Gewebe
- Teilweise renale, teilweise biliäre Ausscheidung
Für wen ist es geeignet?
Ceftriaxon ist geeignet bei:
- Unkomplizierter Gonorrhoe (genital, pharyngeal, rektal)
- Gonorrhoe in der Schwangerschaft
- Disseminierter Gonokokken-Infektion
- Anderen schweren bakteriellen Infektionen
Standardbehandlung Gonorrhoe: Ceftriaxon 1 g i.m. (intramuskulär) einmalig PLUS Azithromycin 2 g oral einmalig
Nicht geeignet bei:
- Schwerer Penicillin-Allergie (Kreuzallergie möglich)
- Neonatal bei gleichzeitiger Kalzium-Infusion
Verfügbare Dosierungen
Gonorrhoe – unkompliziert:
- 1 g intramuskulär als Einmaldosis
- Plus Azithromycin 2 g oral
Gonorrhoe mit Komplikationen:
- 1-2 g intravenös alle 24 Stunden
- Für 7-14 Tage
Verfügbare Stärken:
- Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung: 250 mg, 500 mg, 1 g, 2 g
Hinweis: Die Injektion erfolgt in eine große Muskelgruppe (meist Gesäß). Bei Gabe von >1 g auf zwei Injektionsstellen aufteilen.
Einnahmehinweise
Verabreichung: Ceftriaxon wird von medizinischem Fachpersonal als Injektion verabreicht. Es ist nicht zur Selbstanwendung geeignet.
Bei Gonorrhoe:
- Eine einmalige Injektion in den Gesäßmuskel
- Zusammen mit oralem Azithromycin (2 g Einmaldosis)
- Nachkontrolle nach 2 Wochen empfohlen
Nach der Behandlung:
- Sexuelle Abstinenz für 7 Tage
- Alle Sexualpartner der letzten 60 Tage informieren und behandeln
- Test auf weitere STI empfohlen (HIV, Syphilis, Chlamydien)
Gegenanzeigen
Ceftriaxon darf nicht angewendet werden bei:
- Schwerer Überempfindlichkeit gegen Cephalosporine
- Neugeborenen mit Hyperbilirubinämie
- Neugeborenen, die Kalzium-Infusionen erhalten
Vorsicht bei:
- Penicillin-Allergie (ca. 10% Kreuzallergie)
- Niereninsuffizienz
- Lebererkrankungen
- Gallensteinleiden (kann Gallensludge verursachen)
Schwangerschaft: Kann bei entsprechender Indikation angewendet werden. Bei Gonorrhoe in der Schwangerschaft ist Ceftriaxon Mittel der Wahl.
Stillzeit: Geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Anwendung möglich.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Durchfall
- Schmerzen an der Injektionsstelle
- Erhöhte Leberwerte
- Hautausschlag
Gelegentlich:
- Übelkeit, Erbrechen
- Kopfschmerzen
- Pilzinfektionen (Mundsoor, vaginal)
- Blutbildveränderungen
Selten:
- Allergische Reaktionen
- Pseudomembranöse Kolitis
- Gallensteine/Gallensludge
- Nierensteine
Jarisch-Herxheimer-Reaktion: Bei Behandlung von Syphilis kann Fieber und Verschlechterung auftreten.
Wechselwirkungen
Kontraindiziert bei Neugeborenen:
- Kalziumhaltige Infusionslösungen (tödliche Ausfällungen möglich)
Wechselwirkungen:
- Antikoagulantien – verstärkte Blutungsneigung
- Aminoglykoside – synergistische Wirkung (bei schweren Infektionen gewünscht)
- Probenecid – erhöhte Ceftriaxon-Spiegel
Keine Wechselwirkungen mit:
- Hormoneller Verhütung
- Den meisten oralen Medikamenten
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.


