Was ist Famciclovir?
Famciclovir ist ein antivirales Medikament zur Behandlung von Herpes-Infektionen. Es ist ein Prodrug, das im Körper zu Penciclovir umgewandelt wird und gegen Herpes-simplex-Viren (HSV-1 und HSV-2) sowie das Varizella-Zoster-Virus wirkt.
Bei Genitalherpes bietet Famciclovir ähnliche Vorteile wie Valaciclovir: gute Aufnahme, einfaches Dosierungsschema und hohe Wirksamkeit. Es ist eine Alternative für Patienten, die Valaciclovir nicht vertragen.
Bekannter Markenname ist Famvir®.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Famciclovir
Famciclovir wird im Körper zu Penciclovir aktiviert:
Umwandlung: 1. Famciclovir wird im Darm und in der Leber zu Penciclovir umgewandelt 2. Penciclovir wird in infizierten Zellen durch virale Thymidinkinase phosphoryliert 3. Penciclovir-Triphosphat hemmt die virale DNA-Polymerase 4. Die Virus-DNA-Synthese wird blockiert
Vorteile:
- Gute orale Bioverfügbarkeit (77%)
- Lange intrazelluläre Halbwertszeit
- Selektive Wirkung auf virusinfizierte Zellen
- Wenig Einfluss auf gesunde Zellen
Wirkspektrum:
- Herpes simplex Typ 1 und 2
- Varizella-Zoster-Virus
Für wen ist es geeignet?
Famciclovir ist geeignet für:
- Genitalherpes – Erstinfektion
- Genitalherpes – wiederkehrende Episoden
- Suppressionstherapie bei häufigen Rezidiven
- Gürtelrose (Herpes zoster)
Vorteile:
- Alternative zu Valaciclovir
- Gut verträglich
- Einfaches Dosierungsschema
Einschränkungen:
- Heilt Herpes nicht (Virus bleibt im Körper)
- Wirkt nicht gegen andere Viren
- Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz nötig
Verfügbare Dosierungen
Genitalherpes – Erstinfektion:
- 250 mg 3x täglich für 5-10 Tage
Genitalherpes – Rezidiv:
- 125 mg 2x täglich für 5 Tage ODER
- 1000 mg 2x täglich für 1 Tag (Kurzzeittherapie)
Suppressionstherapie:
- 250 mg 2x täglich
Gürtelrose:
- 500 mg 3x täglich für 7 Tage
Bei Niereninsuffizienz: Dosisreduktion erforderlich je nach Kreatinin-Clearance.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Mit oder ohne Nahrung
- Mit ausreichend Wasser
- Regelmäßige Abstände zwischen den Dosen
Bei Herpes-Ausbruch:
- So früh wie möglich beginnen (bei ersten Symptomen)
- Idealerweise innerhalb von 24 Stunden nach Symptombeginn
Suppressionstherapie:
- Täglich zur gleichen Zeit
- Nicht vergessen – Lücken reduzieren die Wirksamkeit
- Auslassversuch nach 6-12 Monaten möglich
Hinweise:
- Ausreichend trinken
- Auch bei Besserung die Behandlung beenden
- Sonnenschutz nicht vergessen (geringe Photosensibilisierung)
Gegenanzeigen
Famciclovir darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Famciclovir oder Penciclovir
Dosisanpassung bei:
- Niereninsuffizienz (wichtig!)
- Leberinsuffizienz
- Älteren Patienten
Schwangerschaft: Nur wenn unbedingt erforderlich. Weniger Daten als für Aciclovir/Valaciclovir vorhanden.
Stillzeit: Nicht empfohlen (unbekannt, ob es in die Muttermilch übergeht).
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Durchfall
Gelegentlich:
- Schwindel
- Müdigkeit
- Bauchschmerzen
- Hautausschlag
Selten:
- Verwirrtheit (bei älteren Patienten, Niereninsuffizienz)
- Halluzinationen
- Schwere Hautreaktionen
Im Vergleich zu Aciclovir: Ähnliches Nebenwirkungsprofil. Magen-Darm-Beschwerden können etwas häufiger sein.
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen:
- Probenecid – erhöht Penciclovir-Spiegel
- Andere nephrotoxische Medikamente – additive Nierenbelastung
Keine relevanten Wechselwirkungen mit:
- Hormoneller Verhütung
- Den meisten gängigen Medikamenten
Bei Niereninsuffizienz: Besonders wichtig: Dosisanpassung erforderlich.
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.



