Was ist Malarone?
Malarone® ist ein Kombinationspräparat aus Atovaquon und Proguanil, das zur Vorbeugung (Prophylaxe) und Behandlung einer unkomplizierten Malaria tropica (Plasmodium falciparum) eingesetzt wird. Es ist das weltweit am häufigsten verwendete Medikament zur Malariavorbeugung für Reisende.
Der große Vorteil von Malarone® ist die kurze Einnahmedauer vor und nach der Reise: Beginn nur 1–2 Tage vor der Einreise ins Malariagebiet und Ende bereits 7 Tage nach der Ausreise. Generika (Atovaquon/Proguanil-ratiopharm® etc.) sind deutlich günstiger.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Atovaquon 250 mg + Proguanil 100 mg
Wirkmechanismus: Beide Wirkstoffe greifen den Malariaparasiten an verschiedenen Stellen an:
- Atovaquon: Hemmt den mitochondrialen Elektronentransport des Parasiten (Komplex III, Cytochrom bc1)
- Proguanil: Wird zu Cycloguanil umgewandelt, das die Dihydrofolatreduktase des Parasiten hemmt
Doppelte Wirkung:
- Wirkt gegen Leberschizonten (verhindert die Infektion der Leber)
- Wirkt gegen Blutschizonten (tötet Parasiten im Blut ab)
- Durch die kausale Prophylaxe auf Leberebene: kurze Nachlaufzeit
Warum nur 7 Tage Nachlauf? Da Malarone® bereits in der Leber wirkt, müssen keine Parasiten mehr aus der Leber „abgefangen" werden. Andere Prophylaxen (z. B. Doxycyclin) wirken nur im Blut und brauchen 4 Wochen Nachlauf.
Für wen ist es geeignet?
Malarone® ist geeignet für:
- Reisende in Malariagebiete (Tropen und Subtropen)
- Kurz- und Langzeitprophylaxe (Reisen bis ca. 4 Wochen ideal)
- Notfallselbstbehandlung (Stand-by-Therapie)
- Kinder ab 11 kg Körpergewicht
Besonders empfohlen bei:
- Kurzreisen (kurze Vor-/Nachlaufzeit)
- Gebiete mit Plasmodium-falciparum-Resistenz gegen andere Mittel
- Unverträglichkeit von Mefloquin oder Doxycyclin
Nicht geeignet:
- Schwere Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min)
- Schwangerschaft (unzureichende Daten für Prophylaxe)
- Bei bekannter Überempfindlichkeit
Verfügbare Dosierungen
Malariaprophylaxe Erwachsene:
- 1 Tablette (250/100 mg) täglich
- Beginn: 1–2 Tage vor Einreise ins Malariagebiet
- Während des gesamten Aufenthalts: täglich
- Nach Ausreise: weitere 7 Tage
Notfallselbstbehandlung (Stand-by):
- 4 Tabletten als Einzeldosis an 3 aufeinanderfolgenden Tagen (= 12 Tabletten gesamt)
Kinder (Prophylaxe):
- 11–20 kg: 1 Malarone® Junior täglich (62,5/25 mg)
- 21–30 kg: 2 Malarone® Junior täglich
- 31–40 kg: 3 Malarone® Junior täglich
- > 40 kg: 1 Malarone® Erwachsene täglich
Maximale Prophylaxedauer: Studien bis 28 Tage. Längere Anwendung nach individueller Beratung möglich.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Einmal täglich, immer zur gleichen Tageszeit
- Mit einer fettreichen Mahlzeit oder Milchgetränk (verbessert die Aufnahme von Atovaquon!)
- Bei Erbrechen innerhalb 1 Stunde: Dosis wiederholen
Prophylaxe-Plan: 1. Beginn 1–2 Tage vor der Einreise 2. Täglich während des Aufenthalts 3. 7 Tage nach der Ausreise weiter einnehmen
Wichtige Hinweise:
- Einnahme auf Reisen nicht vergessen! (Handyalarm setzen)
- Mückenschutz bleibt zusätzlich wichtig (Repellent, Moskitonetz, lange Kleidung)
- Bei Fieber nach Tropenreise IMMER Arzt aufsuchen (auch bei Prophylaxe)
Gegenanzeigen
Malarone® darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Atovaquon oder Proguanil
- Schwerer Niereninsuffizienz (GFR < 30 ml/min) – nur für Prophylaxe kontraindiziert
Vorsicht bei:
- Leichter bis mäßiger Niereninsuffizienz
- Schwangerschaft (unzureichende Daten für Prophylaxe)
- Stillzeit (Proguanil tritt in die Muttermilch über)
- Durchfallerkrankungen (verminderte Aufnahme)
Schwangerschaft: Für die Prophylaxe nicht empfohlen mangels ausreichender Daten. Für die Therapie kann es bei schwerer Malaria eingesetzt werden (Nutzen überwiegt Risiko).
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Kopfschmerzen
- Durchfall
- Schlafstörungen, ungewöhnliche Träume
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Erbrechen
- Hautausschlag
- Schwindel
- Appetitlosigkeit
- Mundgeschwüre
Selten:
- Allergische Reaktionen
- Leberwerterhöhungen
- Haarausfall
Allgemein: Malarone® ist eines der am besten verträglichen Malariamittel. Die Nebenwirkungen sind meist mild und vorübergehend.
Wechselwirkungen
Verminderte Atovaquon-Spiegel durch:
- Metoclopramid (Aufnahme verringert)
- Tetracycline (Serumspiegel von Atovaquon sinken)
- Rifampicin/Rifabutin (starke Reduktion der Atovaquon-Spiegel)
Proguanil + Warfarin:
- Kann die INR erhöhen → engmaschige INR-Kontrolle
Wichtig:
- Fettreiche Mahlzeit verbessert die Atovaquon-Aufnahme deutlich
- Bei gleichzeitigem Durchfall kann die Wirksamkeit eingeschränkt sein
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.



