Was ist Moxifloxacin?
Moxifloxacin (Avalox®) ist ein Fluorchinolon-Antibiotikum der 4. Generation mit breitem Wirkspektrum, das auch gegen Anaerobier wirksam ist. Es wird als Reserveantibiotikum bei schweren Infektionen eingesetzt, einschließlich komplizierter Infektionen des kleinen Beckens (PID – Pelvic Inflammatory Disease) und schwerer gynäkologischer Mischinfektionen.
Wichtiger Hinweis: Wie alle Fluorchinolone sollte Moxifloxacin nur bei schweren Infektionen ohne geeignete Alternativen verwendet werden (EMA-Einschränkung 2019).
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Moxifloxacin
Wirkmechanismus:
- Hemmt bakterielle DNA-Gyrase und Topoisomerase IV
- Bakterizide Wirkung
- Breites Spektrum einschließlich Anaerobier
Besonderheit:
- Einziges Fluorchinolon mit guter Anaerobierwirkung
- Wirkt gegen die typischen Erreger gynäkologischer Mischinfektionen
- Gute Gewebepenetration in gynäkologischem Gewebe
- Einmal tägliche Gabe
Wirkspektrum: Gram-positive und gram-negative Erreger, Anaerobier, atypische Erreger (Chlamydia, Mycoplasma).
Für wen ist es geeignet?
Moxifloxacin ist als Reservemittel geeignet für:
- Komplizierte Infektionen des kleinen Beckens (PID)
- Schwere gynäkologische Mischinfektionen
- Wenn Standardtherapien versagt haben oder nicht toleriert werden
NICHT geeignet:
- Unkomplizierte bakterielle Vaginose (Standardtherapie: Metronidazol oder Clindamycin)
- Unkomplizierte Infektionen
- Kinder und Jugendliche
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Leberinsuffizienz (Hepatotoxizität!)
Verfügbare Dosierungen
Gynäkologische Infektionen:
- 400 mg einmal täglich für 14 Tage
Verfügbare Stärken:
- 400 mg Filmtabletten
Keine Dosisanpassung nötig bei:
- Leichter bis mäßiger Niereninsuffizienz
- Älteren Patienten
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Einmal täglich, unabhängig von Mahlzeiten
- Tablette im Ganzen mit Wasser schlucken
- Mindestens 4 Stunden Abstand zu Antazida, Eisen, Magnesium
Wichtige Hinweise:
- Sonne/UV meiden (Phototoxizität)
- Bei Sehnenschmerzen sofort absetzen
- Auf Herzrhythmusstörungen achten (QT-Verlängerung)
- Leberenzyme überwachen
Gegenanzeigen
Moxifloxacin darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Fluorchinolone
- Sehnenstörung unter früherer Fluorchinolon-Therapie
- QT-Verlängerung oder Medikamente, die QT verlängern
- Leberinsuffizienz (Child-Pugh C)
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Kinder und Jugendliche
Vorsicht bei:
- Epilepsie
- Myasthenia gravis
- Diabetes
- Elektrolytstörungen (Hypokaliämie, Hypomagnesiämie)
- Aortenaneurysma-Risiko
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Übelkeit, Durchfall
- Schwindel, Kopfschmerzen
- QT-Verlängerung im EKG
- Erhöhte Leberwerte
Selten, aber ernst:
- Hepatitis, Leberversagen
- Sehnenruptur
- Periphere Neuropathie
- Psychische Störungen
- Schwere Arrhythmien
Hinweis: Moxifloxacin hat im Vergleich zu anderen Fluorchinolonen ein höheres Risiko für QT-Verlängerung und Lebertoxizität.
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.




