Was ist Prothyrid?
Prothyrid ist ein Kombinationspräparat aus Levothyroxin (T4) und Liothyronin (T3) zur Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion. Es enthält die beiden Schilddrüsenhormone in einem spezifischen Verhältnis und wird eingesetzt, wenn eine reine T4-Therapie nicht ausreichend ist.
Wie Novothyral richtet sich Prothyrid an Patienten, die trotz normaler TSH-Werte unter L-Thyroxin-Monotherapie weiterhin Symptome der Unterfunktion verspüren. Das Verhältnis von T4 zu T3 unterscheidet sich von Novothyral, was eine differenziertere Dosierung ermöglicht.
Die Verordnung erfolgt individuell durch den behandelnden Endokrinologen oder Internisten.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Levothyroxin (T4) / Liothyronin (T3)
Prothyrid liefert beide Schilddrüsenhormone:
Levothyroxin (T4):
- Langwirksames Prohormon
- Wird im Gewebe zu T3 konvertiert
- Sorgt für Grundversorgung mit Schilddrüsenhormon
Liothyronin (T3):
- Biologisch aktive Form
- Schnellerer Wirkungseintritt
- Kürzere Halbwertszeit (ca. 24 Stunden)
Rationale der Kombination: Bei manchen Patienten ist die Umwandlung von T4 zu T3 im Gewebe eingeschränkt (z. B. durch genetische Varianten des Deiodinase-2-Enzyms). Die direkte T3-Gabe kann in diesen Fällen die Symptome verbessern.
Für wen ist es geeignet?
Prothyrid kann geeignet sein für:
- Patienten mit Hypothyreose und unzureichendem Ansprechen auf L-Thyroxin
- Bei nachgewiesener oder vermuteter eingeschränkter T4-T3-Konversion
- In ärztlicher Abwägung als Alternative zu Novothyral
Standardtherapie bleibt L-Thyroxin mono.
Nicht geeignet bei:
- Koronarer Herzkrankheit
- Herzrhythmusstörungen
- Osteoporose (Vorsicht)
- Älteren Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren
Verfügbare Dosierungen
Verfügbare Stärke:
- 100 mcg Levothyroxin + 10 mcg Liothyronin pro Tablette
Dosierung:
- Individuell nach Laborbefund (TSH, fT3, fT4)
- Meist 1 Tablette täglich
- Engmaschige Kontrollen bei Therapieumstellung
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Morgens, nüchtern, 30 Minuten vor dem Frühstück
- Mit Wasser (kein Kaffee, keine Milch)
- Jeden Tag zur gleichen Zeit
Abstandsregeln:
- 2 h zu Kalzium, Eisen, Magnesium, Antazida
- 4-5 h zu Cholestyramin
Kontrollen:
- TSH, fT3 und fT4 regelmäßig bestimmen
- Besonders zu Beginn engmaschig (alle 4-6 Wochen)
Gegenanzeigen
Prothyrid darf nicht eingenommen werden bei:
- Unbehandelter Nebennierenrindeninsuffizienz
- Akutem Herzinfarkt, akuter Myokarditis
- Schilddrüsenüberfunktion
Besondere Vorsicht (T3-Anteil):
- Koronare Herzkrankheit
- Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern
- Ältere Patienten
- Osteoporose
Schwangerschaft: Schilddrüsenhormone sind essenziell. Umstellung auf reines T4 ggf. erwägen. Ärztliche Betreuung nötig.
Mögliche Nebenwirkungen
Bei korrekter Dosierung: Keine Nebenwirkungen zu erwarten.
Bei Überdosierung (v. a. T3-Anteil):
- Herzrasen, Herzrhythmusstörungen
- Innere Unruhe, Nervosität
- Schwitzen, Wärmeunverträglichkeit
- Zittern, Schlafstörungen
- Durchfall, Gewichtsabnahme
Langfristrisiken bei Überdosierung:
- Osteoporose
- Vorhofflimmern
Wechselwirkungen
Wie L-Thyroxin:
- Kalzium, Eisen, Magnesium – Aufnahme reduziert
- Cholestyramin – bindet Schilddrüsenhormone
- Östrogene – erhöhter T4-Bedarf
- Antikoagulanzien – verstärkte Wirkung
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.





