Was ist Testogel?
Testogel® ist ein transparentes Gel zur äußerlichen Anwendung, das den Wirkstoff Testosteron enthält. Es wird bei erwachsenen Männern zur Hormonersatztherapie eingesetzt, wenn der Körper nicht ausreichend Testosteron produziert (männlicher Hypogonadismus).
Ein Testosteronmangel kann sich durch Müdigkeit, verminderte Libido, Erektionsstörungen, Stimmungsschwankungen, Muskelschwund und Osteoporose äußern. Testogel® wird einmal täglich auf die Haut aufgetragen und gibt Testosteron gleichmäßig über den Tag ab. Es ist als Testogel® (50 mg Beutel) und als Testogel® Dosiergel (Pumpspender mit 16,2 mg pro Hub) erhältlich.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Testosteron
Wirkmechanismus:
- Testosteron wird über die Haut (transdermal) aufgenommen
- Gelangt in den Blutkreislauf und stellt physiologische Testosteronspiegel wieder her
- Wirkt an Androgen-Rezeptoren in zahlreichen Geweben
Effekte des Testosterons:
- Steigerung der Libido und sexuellen Funktion
- Aufbau und Erhalt der Muskelmasse
- Stärkung der Knochendichte
- Verbesserung der Stimmung und Energie
- Förderung der Bildung roter Blutkörperchen
- Beeinflussung des Fett- und Zuckerstoffwechsels
Pharmakokinetik: Nach dem Auftragen auf die Haut wird Testosteron kontinuierlich resorbiert. Stabile Blutspiegel werden nach 2–3 Tagen regelmäßiger Anwendung erreicht. Die volle klinische Wirkung tritt nach einigen Wochen ein.
Für wen ist es geeignet?
Testogel® ist geeignet für:
- Erwachsene Männer mit nachgewiesenem Testosteronmangel (Hypogonadismus)
- Bestätigt durch klinische Symptome UND niedrige Testosteronwerte im Blut (mindestens zwei Messungen am Morgen)
Nicht geeignet:
- Frauen (Testogel® ist nur für Männer zugelassen)
- Prostatakrebs oder Verdacht darauf
- Brustkrebs beim Mann
- Schwere Leber-, Herz- oder Niereninsuffizienz
- Männer mit Kinderwunsch (Testosteron hemmt die Spermatogenese)
- Polyzythämie (Hämatokrit > 54 %)
Verfügbare Dosierungen
Testogel® Beutel:
- Startdosis: 50 mg (1 Beutel) täglich
- Anpassung nach Blutspiegelkontrolle: 25–100 mg täglich
Testogel® Dosiergel (Pumpspender):
- 1 Pumpenhub = 20,25 mg Testosteron
- Startdosis: 2 Hübe (40,5 mg) täglich
- Anpassung: 1–4 Hübe täglich je nach Blutwerten
Kontrolle:
- Testosteronspiegel nach 2–4 Wochen kontrollieren
- Zielbereich: Testosteron im mittleren Normbereich (ca. 15–25 nmol/L)
- Hämatokrit und PSA regelmäßig überwachen
Einnahmehinweise
Anwendung:
- Einmal täglich morgens auf saubere, trockene, unverletzte Haut auftragen
- Bevorzugte Stellen: Oberarme, Schultern oder Bauch
- Gel gleichmäßig dünn verteilen
- Mindestens 3–5 Minuten trocknen lassen vor dem Ankleiden
- Hände nach dem Auftragen gründlich waschen
Wichtige Hinweise:
- NICHT auf Genitalbereich auftragen (starke Reizung möglich)
- Hautkontakt mit Partnerin oder Kindern vermeiden (Testosteronübertragung!)
- Aufgetragene Stelle mit Kleidung bedecken oder vor Kontakt waschen
- Nicht auf gereizte oder entzündete Haut auftragen
- Immer zur gleichen Tageszeit anwenden
Gegenanzeigen
Testogel® darf nicht angewendet werden bei:
- Prostatakrebs oder Verdacht darauf
- Brustkrebs beim Mann
- Bekannter Überempfindlichkeit gegen Testosteron
- Schwerer Herzinsuffizienz (NYHA IV)
- Schwerer Leberinsuffizienz
- Polyzythämie (Hämatokrit > 54 %)
Vorsicht bei:
- Schlafapnoe-Syndrom
- Gutartiger Prostatavergrößerung (BPH)
- Epilepsie
- Migräne
- Bluthochdruck
- Gerinnungsstörungen
- Diabetes (Blutzuckerüberwachung empfohlen)
Kinderwunsch: Exogenes Testosteron unterdrückt die körpereigene Spermienproduktion und wirkt empfängnisverhütend beim Mann. Bei Kinderwunsch sind andere Optionen (z. B. hCG, Clomifen off-label) zu besprechen.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Hautreaktionen an der Auftragsstelle (Rötung, Juckreiz)
- Akne
- Erhöhter Hämatokrit/Erythrozytose
- Erhöhter PSA-Wert
- Kopfschmerzen
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit
- Gynäkomastie (Brustvergrößerung)
- Gewichtszunahme
- Haarausfall (androgenetisch)
- Bluthochdruck
- Prostatabeschwerden
Selten, aber ernst:
- Polyzythämie (erhöhte rote Blutkörperchen → Thromboserisiko)
- Leberfunktionsstörungen
- Verschlechterung einer Schlafapnoe
Überwachung: Regelmäßige Kontrollen von Hämatokrit, PSA, Leberwerten und Lipidprofil sind essenziell.
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen:
- Antikoagulanzien (Warfarin, Phenprocoumon) → verstärkte Blutgerinnungshemmung, INR-Kontrolle nötig
- Insuline und orale Antidiabetika → verstärkte Blutzuckersenkung möglich
- Corticosteroide → verstärkte Ödemneigung
Enzym-Induktoren:
- Barbiturate, Phenytoin, Rifampicin → beschleunigter Testosteronabbau möglich
Wichtig: Die gleichzeitige Anwendung mit anderen androgenen Substanzen sollte vermieden werden.
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.




