Chlamydien: Stille Gefahr fuer die Fruchtbarkeit
Chlamydia trachomatis ist das haeufigste sexuell uebertragbare Bakterium in Deutschland und Europa. Schaetzungen gehen von ueber 300.000 Neuinfektionen pro Jahr in Deutschland aus, wobei die Dunkelziffer aufgrund des oft symptomlosen Verlaufs deutlich hoeher liegt.
Besonders betroffen sind junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren. Bei Frauen unter 25, die sexuell aktiv sind, bieten die gesetzlichen Krankenkassen einen jaehrlichen kostenlosen Chlamydien-Screening-Test an, da die Infektion unbehandelt zu schwerwiegenden Folgen fuehren kann.
Das Tueckische an Chlamydien: In 70 bis 80 Prozent der Faelle bei Frauen und etwa 50 Prozent bei Maennern verlaeuft die Infektion ohne Symptome. Betroffene geben die Infektion unwissentlich an ihre Sexualpartner weiter und riskieren langfristige Gesundheitsschaeden.
Symptome bei Frauen und Maennern
Symptome bei Frauen (wenn sie auftreten):
- Veraenderter, oft verstaerkter vaginaler Ausfluss
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Zwischenblutungen oder Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
- Unterleibsschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Symptome bei Maennern (wenn sie auftreten):
- Waessriger oder schleimig-eitriger Ausfluss aus der Harnroehre
- Brennen beim Wasserlassen
- Schmerzen und Schwellung der Hoden (Epididymitis)
- Selten: Gelenkschmerzen (reaktive Arthritis)
Moegliche Spaetfolgen bei Nichtbehandlung: Bei Frauen kann eine aufsteigende Infektion zu Eileiterentzuendung, Verwachsungen und Unfruchtbarkeit fuehren. Eine Eileiterschwangerschaft wird wahrscheinlicher. Bei Maennern kann eine Nebenhodenentzuendung die Fruchtbarkeit beeintraechtigen.
Test und Diagnose
Die Diagnose erfolgt einfach und zuverlaessig:
Abstrich oder Urintest: Eine PCR-Untersuchung (Nukleinsaeure-Amplifikationstest) aus einem Abstrich (Vagina, Harnroehre, Rachen oder After) oder aus dem Erststrahlurin ist die zuverlaessigste Methode. Das Ergebnis liegt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen vor.
Selbsttest vs. Labortest: In Apotheken und online sind Chlamydien-Schnelltests erhaeltlich. Diese sind jedoch deutlich weniger zuverlaessig als Labortests. Ein negatives Schnelltest-Ergebnis schliesst eine Infektion nicht sicher aus. Fuer eine zuverlaessige Diagnose empfiehlt sich ein Labortest.
Wann testen?
- Nach ungeschuetztem Geschlechtsverkehr mit neuem Partner
- Bei Symptomen wie ungewoehnlichem Ausfluss oder Brennen
- Wenn ein Partner positiv getestet wurde
- Jaehrlich fuer sexuell aktive Frauen unter 25 (kassenfinanziertes Screening)
- Bei geplanter Schwangerschaft
Behandlung: Einfach und wirksam
Die Behandlung von Chlamydien ist unkompliziert und in den allermeisten Faellen erfolgreich:
Erstlinientherapie: Doxycyclin 100 mg zweimal taeglich fuer sieben Tage. Diese Therapie hat die hoechste Heilungsrate von ueber 97 Prozent und gilt als Standard.
Alternativ: Azithromycin 1 Gramm als Einmaldosis. Frueher die bevorzugte Therapie, zeigt Azithromycin jedoch leicht geringere Heilungsraten (etwa 94 Prozent) als Doxycyclin und wird daher nicht mehr als Erstlinientherapie empfohlen.
Partnermitbehandlung: Alle Sexualpartner der letzten 60 Tage muessen mitbehandelt werden, auch wenn sie keine Symptome haben. Ohne Partnermitbehandlung ist eine erneute Ansteckung (Ping-Pong-Infektion) sehr wahrscheinlich.
Kontrolltest: Ein Kontrolltest wird fuenf bis sechs Wochen nach Behandlungsende empfohlen, um den Therapieerfolg zu bestaetigen. Waehrend der Behandlung sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet oder ein Kondom verwendet werden.
Chlamydien-Behandlung online
Die Behandlung von Chlamydien eignet sich gut fuer die Telemedizin, da die Therapie standardisiert und die Diagnose ueber Laborergebnisse gesichert ist. Viele Betroffene schaetzen die Diskretion einer Online-Konsultation bei diesem sensiblen Thema.
Ueber telemedizinische Plattformen wie deinrezept.de koennen Sie nach einer aerztlichen Konsultation ein Rezept fuer die Antibiotikatherapie erhalten. Wichtig ist, dass Sie Ihrem Partner empfehlen, sich ebenfalls testen und behandeln zu lassen.
Praevention: Kondome reduzieren das Chlamydien-Risiko um etwa 60 bis 70 Prozent. Da Chlamydien auch durch Oralverkehr uebertragen werden koennen, bieten Kondome keinen vollstaendigen Schutz. Regelmaessige Tests bei wechselnden Partnern bleiben die wichtigste Praventionsmassnahme.




