STI in Deutschland: Haeufiger als viele denken
Sexuell uebertragbare Infektionen (STI, frueher Geschlechtskrankheiten genannt) gehoeren zu den haeufigsten Infektionskrankheiten weltweit. In Deutschland steigen die Fallzahlen bei mehreren STI seit Jahren an. Chlamydien-Infektionen betreffen schaetzungsweise 300.000 Menschen jaehrlich, und die Gonorrhoe-Faelle haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.
Das Problem: Viele STI verlaufen anfangs ohne Symptome. Betroffene wissen oft nicht, dass sie infiziert sind, und koennen die Infektion unwissentlich weitergeben. Unbehandelt koennen einige STI zu schwerwiegenden Folgen fuehren, darunter Unfruchtbarkeit, chronische Schmerzen und ein erhoehtes Risiko fuer bestimmte Krebsarten.
Umso wichtiger sind regelmaessige Tests, besonders bei wechselnden Sexualpartnern, und ein offener Umgang mit dem Thema. Scham sollte kein Grund sein, auf eine Untersuchung zu verzichten.
Die haeufigsten Geschlechtskrankheiten und ihre Symptome
Chlamydien: Die haeufigste bakterielle STI. Oft symptomlos, kann aber Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen und bei Frauen Unterleibsschmerzen verursachen. Unbehandelt droht Unfruchtbarkeit.
Gonorrhoe (Tripper): Verursacht eitrigen Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen und Schwellungen. Bei Frauen oft symptomarm, bei Maennern deutlicher. Zunehmende Antibiotikaresistenzen machen die Behandlung komplexer.
Genitalherpes (HSV-2): Schmerzhafte Blaeschen im Genitalbereich, die in Schueben auftreten. Nach der Erstinfektion bleibt das Virus lebenslang im Koerper, Rueckfaelle sind moeglich, werden aber seltener und milder.
HPV (Humane Papillomviren): Die haeufigste STI ueberhaupt. Bestimmte Typen verursachen Genitalwarzen, andere koennen zu Gebaermutterhalskrebs fuehren. Eine Impfung schuetzt vor den wichtigsten Typen.
Syphilis: Verlaeuft in Stadien: schmerzloses Geschwuer, Hautausschlag, spaeter moegliche Organschaeden. Gut behandelbar mit Antibiotika, wenn frueh erkannt. Die Fallzahlen steigen in Deutschland.
HIV: Greift das Immunsystem an. Frueherkennung und antiretrovirale Therapie ermoeglichen heute ein nahezu normales Leben. PrEP (Praeexpositionsprophylaxe) schuetzt Risikopersonen vor einer Ansteckung.




