Was ist Ebastel® (Ebastin)?
Ebastel® enthält den Wirkstoff Ebastin, ein Antihistaminikum der zweiten Generation. Es wird zur Behandlung der saisonalen und perennialen allergischen Rhinitis sowie der chronischen idiopathischen Urtikaria eingesetzt.
Ebastin wird in der Leber zum aktiven Metaboliten Carebastin umgewandelt, der für die antihistaminerge Wirkung verantwortlich ist. Carebastin hat eine besonders lange Halbwertszeit von 15–19 Stunden, was eine zuverlässige 24-Stunden-Wirkung gewährleistet.
Ebastel® ist als Schmelztablette und als konventionelle Filmtablette erhältlich. Die Schmelztablette löst sich auf der Zunge auf und kann ohne Wasser eingenommen werden – praktisch für unterwegs.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Ebastin
Ebastin wirkt über seinen aktiven Metaboliten Carebastin:
Wirkmechanismus:
- Ebastin wird in der Leber durch CYP3A4 zu Carebastin umgewandelt
- Carebastin blockiert selektiv die peripheren H1-Histaminrezeptoren
- Hemmt Juckreiz, Niesen, Nasensekretion und Augentränen
- Kaum Durchdringung der Blut-Hirn-Schranke
Pharmakokinetik:
- Resorption: Schnell nach oraler Gabe
- Aktiver Metabolit: Carebastin (lange Halbwertszeit 15–19 Stunden)
- Steady State nach 3–5 Tagen regelmäßiger Einnahme
- Nahrung erhöht die Aufnahme leicht
Klinische Wirkung:
- Wirkungseintritt: Innerhalb von 1–3 Stunden
- Wirkdauer: 24 Stunden und länger
- Gute Wirksamkeit bei nasalen und okularen Symptomen
Für wen ist es geeignet?
Ebastin ist geeignet für:
- Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren
- Saisonale allergische Rhinitis (Heuschnupfen)
- Perenniale allergische Rhinitis
- Chronische idiopathische Urtikaria
Besonders empfohlen bei:
- Patienten, die eine diskrete Einnahme wünschen (Schmelztablette ohne Wasser)
- Wenn ein langwirksames Antihistaminikum gewünscht wird
- Patienten, die tagsüber aktiv bleiben müssen
Nicht geeignet:
- Kinder unter 12 Jahren
- Schwere Leberinsuffizienz
- Gleichzeitige Einnahme von starken CYP3A4-Hemmern (Ketoconazol, Itraconazol)
- Überempfindlichkeit gegen Ebastin
Verfügbare Dosierungen
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren:
- Standarddosis: 10 mg einmal täglich
- Bei Bedarf: 20 mg einmal täglich (nach ärztlicher Anweisung)
Verfügbare Darreichungsformen:
- Ebastel® 10 mg Filmtabletten
- Ebastel® 20 mg Filmtabletten
- Ebastel® 10 mg Schmelztabletten (lösen sich auf der Zunge)
- Ebastel® 20 mg Schmelztabletten
Dosisanpassung:
- Bei leichter bis mittlerer Leberinsuffizienz: 10 mg täglich
- Schwere Leberinsuffizienz: Kontraindiziert
- Niereninsuffizienz: Keine Anpassung nötig
Einnahmehinweise
Filmtabletten:
- Einmal täglich mit etwas Wasser schlucken
- Unabhängig von Mahlzeiten (Nahrung erhöht die Aufnahme leicht)
Schmelztabletten:
- Auf die Zunge legen, ohne Wasser
- Zerfällt innerhalb weniger Sekunden
- Ideal für unterwegs oder bei Schluckbeschwerden
Wichtige Hinweise:
- Immer zur gleichen Tageszeit einnehmen
- Regelmäßige Einnahme während der Pollensaison
- Nicht mehr als die empfohlene Dosis einnehmen
- Bei vergessener Dosis: Nächste reguläre Dosis einnehmen
Tipp: Die Schmelztablette ist besonders praktisch bei akuten Allergiesymptomen unterwegs, da kein Wasser benötigt wird.
Gegenanzeigen
Ebastin darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Ebastin
- Schwerer Leberinsuffizienz
- Bekannte QT-Verlängerung oder gleichzeitige QT-verlängernde Medikamente
- Gleichzeitiger Einnahme von Ketoconazol oder Itraconazol (CYP3A4-Hemmung)
Vorsicht bei:
- Leichter bis mittlerer Leberinsuffizienz
- Hypokaliämie (niedriges Kalium)
- Hypomagnesiämie (niedriges Magnesium)
- Bradykardie (langsamer Herzschlag)
- Herzrhythmusstörungen in der Vorgeschichte
Schwangerschaft und Stillzeit: Keine ausreichenden Daten. In der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung. In der Stillzeit nicht empfohlen.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Kopfschmerzen
- Mundtrockenheit
- Schläfrigkeit (selten in empfohlener Dosierung)
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Schwindel
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Schlafstörungen
- Nasennebenhöhlenentzündung
Selten:
- QT-Verlängerung (besonders bei hohen Dosen oder CYP3A4-Hemmern)
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- Leberfunktionsstörungen
- Tachykardie
Wichtig: In der empfohlenen Dosierung von 10–20 mg hat Ebastin ein gutes Sicherheitsprofil. Bei höheren Dosen oder in Kombination mit CYP3A4-Hemmern steigt das Risiko einer QT-Verlängerung.
Wechselwirkungen
Kontraindiziert mit:
- Ketoconazol, Itraconazol (starke CYP3A4-Hemmer → erhöhte Ebastin-Spiegel und QT-Risiko)
Vorsicht bei:
- Erythromycin, Clarithromycin (moderate CYP3A4-Hemmer → Spiegelerhöhung)
- Andere QT-verlängernde Medikamente (z. B. bestimmte Antiarrhythmika, Antipsychotika)
- Grapefruitsaft (CYP3A4-Hemmung → leichte Spiegelerhöhung)
Keine relevante Interaktion mit:
- Alkohol (keine klinisch relevante Verstärkung der Sedierung)
- Nahrungsmitteln (leichte Verbesserung der Aufnahme)
- Diazepam, Cimetidin
Hinweis: Ebastin wird über CYP3A4 metabolisiert. Starke CYP3A4-Hemmer sind kontraindiziert. Informieren Sie Ihren Arzt über alle aktuellen Medikamente.
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.





