Was ist Fexofenadin?
Fexofenadin ist ein Antihistaminikum der dritten Generation und der aktive Metabolit von Terfenadin. Es wird zur symptomatischen Behandlung der saisonalen allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) und der chronischen idiopathischen Urtikaria eingesetzt.
Fexofenadin ist unter dem Markennamen Telfast® sowie als Generikum erhältlich. Es zeichnet sich durch eine besonders geringe Sedierung aus und ist in Studien das Antihistaminikum mit der besten Datenlage zur Fahrtüchtigkeit. Fexofenadin passiert die Blut-Hirn-Schranke praktisch nicht.
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Terfenadin hat Fexofenadin kein Risiko für kardiale Arrhythmien (QT-Verlängerung).
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Fexofenadinhydrochlorid
Fexofenadin blockiert selektiv die peripheren H1-Rezeptoren:
Wirkmechanismus:
- Selektive Blockade der H1-Histaminrezeptoren
- Hemmt die Histamin-vermittelte Gefäßerweiterung und Ödembildung
- Reduziert Juckreiz, Niesen und Nasenlaufen
- Zusätzlich antiallergische Eigenschaften (hemmt Leukotrien-Freisetzung)
Besonderheiten:
- Passiert die Blut-Hirn-Schranke praktisch nicht (Substrat von P-Glykoprotein)
- Kein relevanter Metabolismus über CYP-Enzyme
- Keine QT-Verlängerung (sicher für das Herz)
- Keine anticholinergen Effekte
Wirkungseintritt: Schneller Wirkungseintritt innerhalb von 1 Stunde. Maximale Wirkung nach 2–3 Stunden. Wirkdauer 24 Stunden.
Für wen ist es geeignet?
Fexofenadin ist geeignet für:
- Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit saisonaler allergischer Rhinitis
- Patienten mit chronischer idiopathischer Urtikaria ab 12 Jahren
- Personen, die auf Fahrtüchtigkeit angewiesen sind (Berufskraftfahrer, Piloten)
Besonders empfohlen bei:
- Berufstätige, die uneingeschränkt leistungsfähig bleiben müssen
- Wenn andere Antihistaminika Müdigkeit verursachen
- Patienten mit kardialer Vorgeschichte (keine QT-Verlängerung)
Nicht geeignet:
- Kinder unter 12 Jahren (120/180 mg Tabletten)
- Schwere Nieren- oder Leberinsuffizienz (Dosisanpassung)
- Überempfindlichkeit gegen Fexofenadin
Verfügbare Dosierungen
Saisonale allergische Rhinitis:
- 120 mg einmal täglich
Chronische Urtikaria:
- 180 mg einmal täglich
Verfügbare Stärken:
- 120 mg Filmtabletten (Heuschnupfen)
- 180 mg Filmtabletten (Urtikaria)
Dosisanpassung:
- Bei Niereninsuffizienz: Startdosis 60 mg einmal täglich
- Keine Dosisanpassung bei leichter bis mittlerer Leberinsuffizienz
Anwendungsdauer:
- Saisonal: Während der Pollensaison
- Bei Urtikaria: Bis zum Abklingen der Symptome, nach ärztlicher Empfehlung
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Einmal täglich vor einer Mahlzeit einnehmen
- Mit Wasser schlucken (kein Grapefruitsaft!)
- Immer zur gleichen Tageszeit
Wichtige Hinweise:
- NICHT mit Grapefruit-, Orangen- oder Apfelsaft einnehmen (verminderte Aufnahme)
- Antazida (Aluminium/Magnesium) im Abstand von 2 Stunden einnehmen
- Bei vergessener Dosis: Nächste Dosis zur gewohnten Zeit, nicht nachholen
Tipps:
- Am besten mit einem Glas Leitungswasser einnehmen
- Fruchtsäfte können die Aufnahme um bis zu 36 % verringern
- Regelmäßige Einnahme für optimalen Schutz während der Pollensaison
Gegenanzeigen
Fexofenadin darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Fexofenadin oder einen der sonstigen Bestandteile
Vorsicht bei:
- Eingeschränkter Nierenfunktion (Dosisreduktion auf 60 mg)
- Eingeschränkter Leberfunktion
- Älteren Patienten (erhöhte Exposition möglich)
- Kardiovaskulären Erkrankungen in der Vorgeschichte
Schwangerschaft und Stillzeit: Sollte in der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation eingenommen werden. Tierversuche zeigten keine Teratogenität. Ob Fexofenadin in die Muttermilch übergeht, ist nicht vollständig geklärt. Vorsicht in der Stillzeit.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Kopfschmerzen
- Schläfrigkeit (selten, < 2 %)
- Übelkeit
- Schwindel
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Mundtrockenheit
- Müdigkeit
- Schlafstörungen
- Magen-Darm-Beschwerden
Selten:
- Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschlag, Angioödem)
- Tachykardie
- Durchfall
Sicherheitsprofil: Fexofenadin ist eines der sichersten Antihistaminika. In Fahrsimulator-Studien und bei Piloten wurde keine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit festgestellt, selbst bei doppelter Dosierung.
Wechselwirkungen
Erhöhte Fexofenadin-Spiegel durch:
- Erythromycin (Antibiotikum)
- Ketoconazol (Antimykotikum)
- Verapamil (Kalziumkanalblocker)
Verminderte Aufnahme durch:
- Grapefruitsaft, Orangensaft, Apfelsaft (hemmen OATP-Transporter)
- Aluminiumhydroxid-/Magnesiumhydroxid-haltige Antazida
Keine relevante Interaktion mit:
- Alkohol (keine Verstärkung der Sedierung)
- CYP-Enzym-abhängigen Medikamenten
Wichtig: Fexofenadin mit Wasser einnehmen, nicht mit Fruchtsäften. Antazida im Abstand von mindestens 2 Stunden einnehmen.
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.





