Was ist Lonolox (Minoxidil)?
Lonolox® (Wirkstoff Minoxidil) ist einer der stärksten oral verfügbaren Vasodilatatoren und wird bei schwerem, therapieresistentem Bluthochdruck eingesetzt, wenn alle anderen Medikamente versagen. Es öffnet kaliumabhängige Kaliumkanäle in der glatten Gefäßmuskulatur und bewirkt eine kräftige Erweiterung der Arterien.
Minoxidil ist vielen Menschen als Haarwuchsmittel bekannt (z. B. Regaine®). Die blutdrucksenkende Wirkung wurde zuerst entdeckt, und der verstärkte Haarwuchs (Hypertrichose) war ursprünglich eine Nebenwirkung, die dann für die topische Anwendung bei Haarausfall genutzt wurde.
Lonolox® wird nur in Kombination mit einem Betablocker (gegen Reflextachykardie) und einem Diuretikum (gegen Flüssigkeitsretention) eingesetzt. Es ist kein Medikament für die Standardtherapie des Bluthochdrucks, sondern ein Reservemedikament für extreme Fälle.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Minoxidil
Minoxidil ist ein Kaliumkanalöffner:
Wirkmechanismus:
- Öffnet ATP-abhängige Kaliumkanäle in der glatten Gefäßmuskulatur
- Kalium strömt aus den Zellen → Hyperpolarisation der Zellmembran
- Kalziumkanäle schließen sich → Muskelzellen entspannen sich
- Starke arterielle Vasodilatation
- Drastische Senkung des peripheren Gefäßwiderstands
Stärke der Wirkung:
- Einer der potentesten oralen Vasodilatatoren
- Kann den Blutdruck auch bei schwerster Hypertonie senken
- Wirkt vorwiegend auf Arterien (kaum auf Venen)
Gegenregulationen (wichtig!):
- Reflektorische Tachykardie (Herzfrequenz steigt stark an)
- Natriumretention und Wasserretention (Gewichtszunahme, Ödeme)
- Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems
- Daher IMMER in Kombination mit Betablocker + Diuretikum!
Wirkungseintritt: Nach 30-60 Minuten. Maximale Wirkung nach 2-4 Stunden. Wirkdauer: 24-72 Stunden.
Für wen ist es geeignet?
Lonolox® (Minoxidil) ist geeignet für:
- Schwerer, therapieresistenter Bluthochdruck (wenn mindestens 3-4 andere Medikamente nicht ausreichen)
- Maligne Hypertonie
- Hypertensive Enzephalopathie (nach initialer i.v.-Therapie)
Voraussetzungen für die Anwendung:
- Nur in Kombination mit Betablocker UND Diuretikum
- Engmaschige ärztliche Überwachung
- Regelmäßige Echokardiographie empfohlen
NICHT geeignet als:
- Erstlinientherapie bei Bluthochdruck
- Monotherapie (NIEMALS allein anwenden!)
- Bei Phäochromozytom
- Bei Perikarderguss
- Schwangerschaft
Verfügbare Dosierungen
Schwerer therapieresistenter Bluthochdruck:
- Startdosis: 2,5-5 mg einmal täglich
- Langsame Steigerung alle 3-7 Tage
- Übliche Dosis: 10-20 mg täglich (1-2 Gaben)
- Maximaldosis: 40 mg täglich (selten bis 100 mg)
Kinder (unter Aufsicht):
- Startdosis: 0,2 mg/kg/Tag
- Maximaldosis: 1 mg/kg/Tag (max. 50 mg)
Begleittherapie (obligatorisch!):
- Betablocker (z. B. Bisoprolol 5-10 mg oder Propranolol 80-160 mg)
- Schleifendiuretikum (z. B. Furosemid 40-80 mg)
Verfügbare Stärken:
- 2,5 mg, 10 mg Tabletten (Lonolox®)
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Ein- bis zweimal täglich
- Unabhängig von Mahlzeiten
- Mit Wasser einnehmen
- Immer zusammen mit Betablocker und Diuretikum
WICHTIG – Dreifachtherapie: Lonolox® darf NIEMALS allein eingenommen werden! Es muss IMMER zusammen mit: 1. Einem Betablocker (gegen Herzrasen) 2. Einem Diuretikum (gegen Wassereinlagerungen) eingenommen werden.
Monitoring:
- Engmaschige Blutdruck- und Pulskontrollen
- Tägliche Gewichtskontrolle (Flüssigkeitsretention)
- Regelmäßige Echokardiographie (Perikarderguss)
- Elektrolyte und Nierenwerte kontrollieren
- Auf Zeichen einer Herzinsuffizienz achten
Gegenanzeigen
Lonolox® darf nicht eingenommen werden bei:
- Phäochromozytom
- Perikarderguss
- Pulmonale Hypertonie (sekundär durch Mitralstenose)
- Überempfindlichkeit gegen Minoxidil
- Als Monotherapie (NIEMALS allein!)
Vorsicht bei:
- Koronare Herzkrankheit (Reflextachykardie kann Angina verschlechtern)
- Herzinsuffizienz (Flüssigkeitsretention)
- Niereninsuffizienz (verstärkte Flüssigkeitsretention)
- Nach Herzinfarkt (erst nach Stabilisierung)
- Ältere Patienten (erhöhte Empfindlichkeit)
Schwangerschaft: Strikt kontraindiziert. Minoxidil kann Fehlbildungen verursachen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen zuverlässig verhüten.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig (über 10%):
- Hypertrichose (verstärktes Haarwachstum am ganzen Körper, 80%!)
- Ödeme und Gewichtszunahme (ohne Diuretikum)
- Tachykardie (ohne Betablocker)
Häufig (1-10%):
- Flüssigkeitsretention
- Kopfschmerzen
- Herzklopfen
- Brustschmerzen (Angina bei KHK)
- Müdigkeit
Gelegentlich (0,1-1%):
- Perikarderguss (kann bis zur Tamponade führen!)
- EKG-Veränderungen (T-Wellen-Abflachung)
- Magen-Darm-Beschwerden
- Hautausschlag
- Brustspannen
Selten, aber ernst:
- Perikardtamponade (lebensbedrohlich!)
- Schwere Herzinsuffizienz durch Flüssigkeitsretention
- Stevens-Johnson-Syndrom
Hypertrichose: Verstärktes Haarwachstum (Gesicht, Arme, Rücken) tritt bei etwa 80% der Patienten auf und beginnt 3-6 Wochen nach Therapiebeginn. Es ist reversibel nach Absetzen (nach 1-6 Monaten). Für Frauen kann dies besonders belastend sein.
Wechselwirkungen
Wichtige Kombinationen (PFLICHT):
- Betablocker → MUSS gleichzeitig gegeben werden (gegen Reflextachykardie)
- Diuretikum → MUSS gleichzeitig gegeben werden (gegen Flüssigkeitsretention)
Vorsicht bei:
- Andere Blutdrucksenker → verstärkte Hypotonie
- NSAR → können die Flüssigkeitsretention verstärken
- Guanethidin → orthostatische Hypotonie
- Erythropoietin → kann die Wirkung vermindern
Hinweis: Die gleichzeitige Gabe von Betablocker und Diuretikum ist keine Option, sondern eine Pflicht. Ohne diese Begleitmedikation können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten (schwere Tachykardie, Herzinsuffizienz, Perikarderguss).
Häufige Fragen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.





