Spaetakne: Warum Erwachsene betroffen sind
Akne tarda, die sogenannte Spaetakne oder Erwachsenenakne, betrifft schaetzungsweise 20 bis 40 Prozent der Erwachsenen, insbesondere Frauen zwischen 25 und 45 Jahren. Anders als die Pubertaetsakne tritt sie haeufig im Bereich von Kinn, Kieferpartie und Hals auf.
Die Ursachen sind vielfaeltig: Hormonelle Schwankungen (Menstruationszyklus, Absetzen der Pille, Schwangerschaft, Wechseljahre), Stress, ungeeignete Hautpflegeprodukte, Ernaehrungsfaktoren und genetische Veranlagung spielen eine Rolle. Auch Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung und das Tragen von Masken (Maskne) koennen Akne verschlimmern.
Spaetakne unterscheidet sich oft von der Teenager-Akne: Die Haut ist weniger fettig, dafuer empfindlicher. Entzuendliche Papeln und Knoten ueberwiegen gegenueber Mitessern. Dieser Unterschied ist fuer die Wahl der richtigen Behandlung entscheidend.
Stufe 1: Topische Behandlung mit Cremes und Gels
Bei leichter bis mittelschwerer Akne beginnt die Therapie mit aeusserlich angewendeten Wirkstoffen:
Retinoide (Vitamin-A-Saeure-Derivate): Adapalen oder Tretinoin normalisieren die Verhornung der Talgdruesenausfuehrungsgaenge und wirken entzuendungshemmend. Sie sind in niedriger Dosierung rezeptfrei, in hoeherer verschreibungspflichtig. Zu Beginn der Behandlung kann sich das Hautbild voruebergehend verschlechtern (Erstverschlimmerung), bevor eine deutliche Besserung eintritt.
Benzoylperoxid (BPO): Wirkt antibakteriell gegen das Akne-Bakterium Cutibacterium acnes und ist rezeptfrei in Konzentrationen von 2,5 bis 10 Prozent erhaeltlich. Es loest keine Resistenzen aus und kann mit Retinoiden kombiniert werden.
Azelainsaeure: Wirkt antibakteriell, entzuendungshemmend und aufhellend bei Akne-Narben. In 15- bis 20-prozentiger Konzentration verschreibungspflichtig, als Kosmetikprodukt in niedrigerer Dosierung frei erhaeltlich.
Topische Antibiotika: Clindamycin oder Erythromycin als Gel oder Loesung werden in Kombination mit BPO oder Retinoiden eingesetzt, nie als Monotherapie (Resistenzgefahr).




