Was ist Levofloxacin?
Levofloxacin ist ein Fluorchinolon-Antibiotikum mit breitem Wirkspektrum. Es wird bei schweren bakteriellen Infektionen eingesetzt, darunter komplizierte Harnwegsinfektionen und Nierenbeckenentzündungen.
Wichtiger Hinweis: Aufgrund des Risikos schwerer Nebenwirkungen (Sehnen, Nerven, Psyche) haben die EMA und das BfArM Fluorchinolone für unkomplizierte Infektionen eingeschränkt. Levofloxacin sollte nur bei schweren Infektionen eingesetzt werden, wenn keine geeigneten Alternativen verfügbar sind.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Levofloxacin
Wirkmechanismus:
- Hemmt die bakterielle DNA-Gyrase (Topoisomerase II) und Topoisomerase IV
- Verhindert die DNA-Replikation und -Transkription der Bakterien
- Bakterizide Wirkung (abtötend)
Wirkspektrum:
- Sehr breites Spektrum gegen gram-positive und gram-negative Erreger
- Auch atypische Erreger (Mykoplasmen, Chlamydien, Legionellen)
- Gute Gewebepenetration (Niere, Prostata, Lunge)
Pharmakokinetik:
- Hohe orale Bioverfügbarkeit (~99 %)
- Einmal tägliche Gabe ausreichend
- Ausscheidung über die Niere (gute Harnwegskonzentrationen)
Für wen ist es geeignet?
Levofloxacin ist geeignet für:
- Komplizierte Harnwegsinfektionen einschließlich Pyelonephritis
- Komplizierte Prostatitis
- Schwere Infektionen, wenn andere Antibiotika nicht geeignet sind
NICHT geeignet für:
- Unkomplizierte Blasenentzündung (Rote-Hand-Brief!)
- Leichte bis mittelschwere Infektionen mit Alternativen
- Kinder und Jugendliche (Knorpelschäden)
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Sehnenerkrankungen in der Vorgeschichte unter Fluorchinolonen
Verfügbare Dosierungen
Harnwegsinfektionen:
- Unkompliziert (nur wenn keine Alternative): 250 mg einmal täglich für 3 Tage
- Kompliziert inkl. Pyelonephritis: 500 mg einmal täglich für 7–14 Tage
Verfügbare Stärken:
- 250 mg, 500 mg Filmtabletten
Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz:
- GFR 20–49 ml/min: 250 mg alle 24 Stunden (nach Initialdosis)
- GFR 10–19 ml/min: 250 mg alle 48 Stunden
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Einmal täglich, unabhängig von Mahlzeiten
- Mit ausreichend Wasser (mind. 1 Glas)
- Mindestens 2 Stunden Abstand zu: Antazida, Eisenpräparaten, Zink, Magnesium, Milchprodukten
Wichtige Hinweise:
- Sonne und UV-Strahlung meiden (Phototoxizität!)
- Bei Sehnenschmerzen sofort absetzen und Arzt kontaktieren
- Ausreichend trinken
- Vollständige Antibiotikakur einhalten
Gegenanzeigen
Levofloxacin darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Fluorchinolone
- Sehnenstörung nach früherer Fluorchinolon-Therapie
- Epilepsie (Senkung der Krampfschwelle)
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
- Gleichzeitige Einnahme von Tizanidin
Vorsicht bei:
- Älteren Patienten (erhöhtes Sehnenruptur-Risiko)
- Niereninsuffizienz (Dosisanpassung)
- G6PD-Mangel (Hämolyserisiko)
- QT-Zeit-Verlängerung oder Medikamenten, die QT verlängern
- Myasthenia gravis (Verschlechterung möglich)
- Diabetes (Blutzuckerentgleisungen möglich)
Sehnen-Warnung: Fluorchinolone können Sehnenentzündungen und Sehnenrisse verursachen, besonders an der Achillessehne. Risiko steigt bei gleichzeitiger Kortisontherapie und bei Älteren.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Übelkeit, Durchfall
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Schlafstörungen
- Erhöhte Leberwerte
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Sehnenentzündung
- Hautausschlag, Phototoxizität
- Pilzinfektionen
- Angst, Verwirrtheit
- Muskel- und Gelenkschmerzen
Selten, aber ernst (Rote-Hand-Brief):
- Sehnenruptur (besonders Achillessehne)
- Periphere Neuropathie (Kribbeln, Taubheit)
- Psychische Störungen (Depression, Suizidgedanken, Psychose)
- Aortenaneurysma/-dissektion
- QT-Zeit-Verlängerung
- Hypoglykämie bis Koma
FQAD (Fluorchinolon-assoziierte Behinderung): In seltenen Fällen können Nebenwirkungen an Sehnen, Nerven und Psyche langanhaltend sein.
Häufige Fragen
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Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.





