Was ist Losartan?
Losartan war der erste zugelassene AT1-Rezeptorblocker (Sartan) und hat eine Besonderheit: Es senkt als einziges Sartan auch den Harnsäurespiegel. Das macht es besonders geeignet für Patienten mit Bluthochdruck und gleichzeitiger Gicht oder erhöhten Harnsäurewerten.
Losartan ist als Monopräparat und in Kombination mit Hydrochlorothiazid (Losartan comp.) erhältlich.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Losartan
Losartan blockiert den AT1-Rezeptor:
Wirkmechanismus:
- Selektive Blockade des AT1-Rezeptors
- Verhindert die Wirkung von Angiotensin II
- Gefäßerweiterung und Blutdrucksenkung
Besonderheit – Harnsäuresenkung:
- Losartan hemmt den URAT1-Transporter in der Niere
- Dadurch wird mehr Harnsäure über den Urin ausgeschieden
- Einziges Sartan mit dieser Zusatzwirkung
- Nützlich bei Patienten mit Gicht oder Hyperurikämie
Wirkdauer: Losartan hat eine relativ kurze Halbwertszeit. Der aktive Metabolit EXP3174 verlängert die Wirkung, sodass eine tägliche Einnahme ausreicht.
Für wen ist es geeignet?
Losartan ist geeignet für:
- Erwachsene mit Bluthochdruck
- Hypertensive Patienten mit linksventrikulärer Hypertrophie (Schlaganfallprävention)
- Schutz der Nieren bei Typ-2-Diabetes mit Proteinurie
Besonders empfohlen bei:
- Bluthochdruck und Gicht/Hyperurikämie
- Bluthochdruck mit Herzverdickung
- Diabetische Nierenerkrankung
Nicht geeignet:
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Schwere Leberinsuffizienz
- Gleichzeitig mit Aliskiren bei Diabetes
Verfügbare Dosierungen
Bluthochdruck:
- Startdosis: 50 mg einmal täglich
- Übliche Dosis: 50-100 mg einmal täglich
- Maximaldosis: 100 mg täglich
Nierenschutz bei Diabetes:
- Startdosis: 50 mg einmal täglich
- Zieldosis: 100 mg einmal täglich
Verfügbare Stärken:
- 12,5 mg, 25 mg, 50 mg, 100 mg Tabletten
Kombination:
- Losartan + Hydrochlorothiazid (Losartan comp.)
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Einmal täglich, immer zur gleichen Uhrzeit
- Unabhängig von Mahlzeiten
- Mit Wasser einnehmen
Hinweise:
- Regelmäßige Blutdruck- und Laborkontrolle
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Nicht abrupt absetzen
Besonderheit: Bei unzureichender Blutdrucksenkung mit 100 mg kann eine Kombination mit HCT oder einem Kalziumkanalblocker sinnvoller sein als eine Dosiserhöhung.
Gegenanzeigen
Losartan darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Losartan
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Schwerer Leberinsuffizienz
- Gleichzeitig mit Aliskiren bei Diabetes
Vorsicht bei:
- Niereninsuffizienz
- Nierenarterienstenose
- Dehydratation
- Aorten- oder Mitralstenose
- Hyperkaliämie
Schwangerschaft: Wie alle Sartane in der Schwangerschaft strikt kontraindiziert.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Schwindel
- Hyperkaliämie
- Müdigkeit
- Hypotonie
Gelegentlich (0,1-1%):
- Kopfschmerzen
- Schlafstörungen
- Magen-Darm-Beschwerden
- Nierenfunktionsstörungen
- Muskelkrämpfe
Selten:
- Angioödem
- Hepatitis
- Rhabdomyolyse
- Anämie
Allgemein: Sartane sind sehr gut verträglich. Kein trockener Reizhusten wie bei ACE-Hemmern.
Wechselwirkungen
Kontraindiziert:
- Aliskiren bei Diabetes oder Niereninsuffizienz
Vorsicht bei:
- Kaliumsparende Diuretika → Hyperkaliämie
- NSAR → verminderte Wirkung
- Lithium → erhöhte Spiegel
- Rifampicin, Fluconazol → veränderter Losartan-Abbau
Hinweis: Losartan wird über CYP2C9 und CYP3A4 abgebaut. Medikamente, die diese Enzyme hemmen oder aktivieren, können die Wirkung beeinflussen.
Häufige Fragen
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Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage.





